ResWein Pro: Markteinführung des innovativen Systems ResWein zur Verbesserung der Ressourceneffizienz im Weinbau

Das Projekt verfolgt das Ziel, die Ressourceneffizienz im Weinbau durch eine geodaten- und softwarebasierte Erfassung von Umweltauswirkungen durch Umweltindikatoren zu erhöhen. Die Technische Hochschule Bingen entwickelte in dem zweijährigen Vorhaben „Verbesserung der Ressourceneffizienz im Weinbau durch teilautomatisierte Erfassung von Umweltindikatoren“ (vgl. Veröffentlichung/Abschlussbericht) in Zusammenarbeit mit Weinbaubetrieben, dem Dienst­leistungs­zentrum Ländlicher Raum (RLP), Datenschutz­experten und Maschinenbauherstellern den Systemprototypen ResWein. Das System ermöglicht geeignete Umweltaspekte und –Indikatoren innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette der Weinproduktion auf Grundlage eines bereits entwickelten weinbaufachlichen Kriterienkatalogs zu identifizieren.

Das prototypisch entwickelte System ResWein wird derzeit mit der auf Nachhaltigkeitslösungen spezialisierten Athenga GmbH am Markt etabliert, welche zukünftig die Bereitstellung, Pflege und Systemvermarktung (Support) übernimmt.

Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung und weitere Anpassung der prototypisch entwickelten Systemkomponenten ResWein. Konkret besteht das System ResWein aus einer mobilen App zur teilautomatisierten Erfassung von Arbeitsgängen sowie einer PC-Applikation zur Datenverwaltung mit Auswertemodulen. Das System ermöglicht Anwendern, ein umfassendes Material-, Energie- und Stoffstrommanagement aufzubauen sowie die Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen. Darüber hinaus werden der Einsatz eines Pflanzenschutzmanagements und die Erstellung einer betrieblichen Nährstoffbilanzierung unterstützt.

Eine Basis-Variante des Systems sowie eine mobile Applikation werden dem Anwender zur Verfügung gestellt und ermöglicht den Betrieben eine eigenständige betriebliche Stärken- und Schwächenanalyse der stofflichen und energetischen Ressourcen.
Eine kostenpflichtige Plus-Variante mit zusätzlicher Funktionalität wird als strategisches Werkzeug des weinbaulichen Planungs- und Prozessmanagements bereitgestellt.

Die Etablierung der Systemkomponenten am Markt wird einen bedeutenden Beitrag zur Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) leisten. Eine weinbaufachliche Begleitung des Vorhabens erfolgt durch die assoziierten Weingüter des Projektes.

Erste Einblicke ins System ResWein

Ab Mai 2021 startet die Testphase des Systems, woran sich neben den Partnerbetrieben auch gerne weitere interessierte Betriebe beteiligen können.

Hierfür melden Sie sich bitte bei Desiree Palmes d.palmes@th-bingen.de

Systemmodule

Material -und Energieeinsatz

Ermöglicht die Erfassung und Dokumentation folgender Aspekte:

  • Kraftstoffeinsatz
  • Energetische Aufwendungen (thermisch/elektrisch)
  • Dünge- und Pflanzenschutzmittel
  • Frisch-/Abwasser
  • Wertstoffe

Nährstoffbilanzierung

Ermöglicht einen betrieblichen Nährstoffvergleich zu erstellen (mineralischer & organischer Dünger, Abschätzung zur N-Bindung durch Leguminosen; Erfassung der Produkte zur Nährstoffabfuhr)

Treibhausgasbilanzierung

Ermöglicht eine betriebliche Treibhausgasbilanzierung nach der LCA Methodik (Ansatz „cradle-to-gate“)

Pflanzenschutzmanagement

Ermöglicht eine elektrische Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen sowie eine automatisierte Überprüfung der Applikationen auf  Grundlage der vorgeschriebenen Einsatzabfolge (Anti-Resistenz-Management)

Die Datenauswertung erfolgt in Form folgender Kategorisierungen:

  • Art der Bewirtschaftung (konventionell, ökologisch)
  • Art der Mechanisierung (Steillage, Direktzug, Terrasse)
  • Art der Produktion (Flaschen-/Fasswein/Trauben/ Most)
  • Differenzierung der 13 deutschen Weinanbaugebiete

Die Software bietet Winzern darüber hinaus die Möglich­keit, schnell und effizient die erforderlichen Daten zur Erfüllung von rechtlich gebotenen Dokumentationspflichten zu erfassen.

 

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