Verbesserung der Ressourceneffizienz im Weinbau durch teilautomatisierte  Erfassung und Bewertung von Umweltindikatoren (ResWein)

Das Projekt verfolgt das Ziel, die Ressourceneffizienz im Weinbau durch eine geodaten- und softwarebasierte Erfassung von Umweltauswirkungen und ihre Bewertung durch Umweltindikatoren zu erhöhen. Die Technische Hochschule Bingen bearbeitet das Vorhaben in Zusammenarbeit mit Weinbaubetrieben, dem Dienst­leistungs­zentrum Ländlicher Raum (RLP), Datenschutz­experten und Maschinenbauherstellern. Es werden geeignete Umweltaspekte und –Indikatoren innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette der Weinproduktion auf Grundlage eines bereits entwickelten weinbaufachlichen Kriterienkatalogs identifiziert. Das System wird es den Anwendern ermöglichen, ein umfassendes Material-, Energie- und Stoffstrommanagement aufzubauen sowie die Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette zu bewerten. Darüber hinaus werden der Einsatz eines Resistenzenmanagements und die Erstellung einer betrieblichen Nährstoffbilanzierung unterstützt.

Systemmodule

Material -und Energieeinsatz

Ermöglicht die Erfassung und Dokumentation folgender Aspekte:

  • Kraftstoffeinsatz
  • Energetische Aufwendungen (thermisch/elektrisch)
  • Dünge- und Pflanzenschutzmittel
  • Frisch-/Abwasser
  • Wertstoffe

Nährstoffbilanzierung

Ermöglicht einen betrieblichen Nährstoffvergleich zu erstellen (mineralischer & organischer Dünger, Abschätzung zur N-Bindung durch Leguminosen; Erfassung der Produkte zur Nährstoffabfuhr)

Treibhausgasbilanzierung

Ermöglicht eine betriebliche Treibhausgasbilanzierung nach der LCA Methodik (Ansatz „cradle-to-gate“)

Pflanzenschutzmanagement

Ermöglicht eine elektrische Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen sowie eine automatisierte Überprüfung der Applikationen auf  Grundlage der vorgeschriebenen Einsatzabfolge (Anti-Resistenz-Management)

Die Systemmodule werden anschließend in Form einer Softwarearchitektur verankert.

Eine derartige Datenerfassung ermöglicht es den Weinbaube­trieben, eine Bewertung ihrer betrieblichen Umweltperformance vorzunehmen.

Die Datenauswertung erfolgt in Form folgender Kategorisierungen:

  • Art der Bewirtschaftung (konventionell, ökologisch)
  • Art der Mechanisierung (Steillage, Direktzug, Terrasse)
  • Art der Produktion (Flaschen-/Fasswein/Trauben/ Most)
  • Differenzierung der 13 deutschen Weinanbaugebiete

Die Bewertung der betrieblichen Umweltperformance erfolgt in drei Modellen: Das betriebliche Bewertungsmodell identifiziert die direkten Umweltauswirkungen des Betriebes, vergleicht die Ergebnisse verschiedener Betriebsjahre und stellt die zeitliche Entwicklung der Umweltleistung dar.Im beratungsspezifischen Modell werden bestimmte Betriebsdaten unter Berücksichtigung der gesondert geprüften datenschutzrechtlichen Anforderungen anonymisiert an ein zentrales System des DLR weitergeleitet und ausgewertet. Ein überbetriebliches Bewertungsmodell ermöglicht  einen Vergleich der jeweiligen Betriebsergebnisse mit den betriebsüber­greifenden Ergebnissen und gibt einen Anreiz zur kontinuierlichen Verbesserung. Der Benchmark dient einem Vergleich der Umweltleistung im Hinblick auf folgende Kernaspekte: Kraftstoffeinsatz, Düngemitteleinsatz, energetische Aufwendungen, Frischwasser/Abwasser, Abfallmengen.

Die Software bietet Winzern darüber hinaus die Möglich­keit, schnell und effizient die erforderlichen Daten zur Erfüllung von rechtlich gebotenen Dokumentationspflichten zu erfassen.

 

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