Auf Basis des Leitfadens erstellte das Wein- und Sektgut Wilhelmshof, Siebeldingen als erstes deutsches Weingut eine DNK-Entsprechenserklärung.

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Branchenleitfaden zum deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) für Weinbaubetriebe

 

Der Leitfaden zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) wurde im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz erstellt und abgestimmt mit dem Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex beim Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Berlin

Inhalte:

Als Winzerin oder Winzer haben Sie die Möglichkeit, ihre Aktivitäten an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten und einen besonderen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten.
Bevor Sie Ihren Betrieb nachhaltig machen, ist es erforderlich, dass Sie Ihre Unternehmensbereiche (z. B. Produktion, Einkauf, Personal, Marketing, Logistik) hinsichtlich ihrer ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen und Auswirkungen analysieren, also eine Bestandsaufnahme machen.
Dieser Leitfaden soll Ihnen dabei helfen und Sie darüber hinaus in die Lage versetzen, selbstständig eine sogenannte Entsprechenserklärung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) zu erstellen. Damit verbunden sind Einträge in eine beim DNK geführte Datenbank, die Sie zu vorgegebenen Themen vornehmen müssen. So entsteht ein digitaler Nachhaltigkeitsbericht, den Sie in aufbereiteter Form auch als Grundlage für die Kommunikation mit Ihren Kunden verwenden können.

Prof. Dr. Gerhard Roller / Dr. Desirée Palmes

 

Technische Hochschule Bingen, Hermann Hoepke Institut

 

Link zum Leitfaden

Link zu Datenblätter

Unterstützend dazu wurde vom  Hermann Hoepke Institut ein Netzwerk mit einem Forum zum überbetrieblichen Austausch auf der Plattform angelegt.  

Betriebe erhalten in Form eines Online-Forum die Möglichkeit zur Sammlung von Diskussionsbeiträgen während des Erstellungsprozess einer DNK-Erklärung.
Für die Registrierung melden Sie sich unter d.palmes@th-bingen.de

Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Weinbau

 

Autorin: Desirèe Palmes

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung kann als ein zentrales Element einer konsequenten Unternehmensstrategie zur Umsetzung der gesellschaftlichen Verantwortung (Corporate Social Responsibility) angesehen werden. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Betrieben durch die Entwicklung weinbauspezifscher Nachhaltigkeitsaspekte und Indikatoren eine selbstständige Berichterstattung nach den Leitliniender Global Reporting Initiative (GRI) zu ermöglichen.

Der Prozess zur Identifkation wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte und -indikatoren erfolgt mittels Erhebungs- und Auswertungsmethoden
der qualitativen Sozialforschung in Form von Workshops, betrieblichen Vorortanalysen und Experteninterviews. Anschließend erfolgt die
zentrale Priorisierung der identifzierten Handlungsfelder und Nachhaltigkeitsthemen durch die Stakeholder mittels einer Wesentlichkeitsanalyse.

Eine weitere Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit der Biodiversitätserfassung und -bewertung für Rebland. Die Indikatorarten werden den Winzern als ein Instrument zur eigenständigen Erfassung der Biodiversität in den Weinbergen dienen und im Rahmen einer Nachhaltigkeitsberichterstattung herangezogen werden können.

 

Dieses Buch ist erhältlich bei:

Hermann-Hoepke-Institut
Berlinstraße 109, 55411 Bingen
E-Mail: d.palmes@th-bingen.de
Preis: 17,50 €

Produktbezogener CO2-Emissionsrechner im Weinbau

Das Instrument des CO2-Fußabdrucks kann den Winzern wertvolle Hinweise auf Energie- und Treibhausgas-Einsparpotentiale geben. Durch eine effiziente Verarbeitung des Erntegutes kann die Weinwirtschaft in der Anbauphase, sowie in den weiteren Verfahren der Kellerwirtschaft, die durch einen intensiven Maschinen- und Energieeinsatz geprägt sind, zur Minderung der THG-Emissionen beitragen.

Im Rahmen zweier Studienarbeiten erfolgte die Bilanzierung für einen Riesling- und Spätburgunderanbau. Diese umfasste die gesamte Außenwirtschaft, beginnend bei der Pfropfrebenerzeugung über die Herrichtung der Jung- und Ertragsanlage bis zur Rodung der Altanlage. Alle kellerwirtschaftlichen Produktionsschritte vom Keltern bis zur Flaschenausstattung wurden ebenso erfasst wie die Vertriebswege der Weine. Die genauen Verfahrensabläufe aller fünf Lebenszyklusphasen wurden unter Beachtung der aktuell bestehenden Normen und Regelwerke bilanziert.

Die hierbei ermittelten Daten und Systemgrenzen der Studien bildeten die Grundlage für die Entwicklung des „CO2-Rechners“ in Form eines standardisierten Excel-Tools, um interessierten Winzern die Möglichkeit zu eröffnen, eigenständig einen produktbezogenen Kohlendioxid-Fußabdruck für ihre Weine zu ermitteln.

Tool zur Dokumentation kellerwirtschaftlicher Energieaufwendungen

Zwei im Vergleich zur EMAS-Verordnung und den internationalen Normen (DIN ISO 14001 oder DIN ISO 50001) „einfachere Systeme“ zur Verbesserung der Energieeffizienz bilden die sog. „alternativen Systeme zur Verbesserung der Energieeffizienz“. Zu diesen alternativen Systemen zählt das Energieaudit nach DIN EN 16247-1 sowie ein alternatives System nach Anlage 2 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV). Anzumerken ist, dass die alternativen Systeme nach der SpaEfV keine „normierten“ Managementsysteme im eigentlichen Sinne darstellen und somit nicht als zertifizierungsfähig gelten. Energieaudits nach DIN EN 16247-1 dagegen können als „echtes“ Managementsystem zertifiziert werden.

Sie helfen dennoch, den IST-Zustand des Energieverbrauches zu dokumentieren denn die Energiedatenerfassung gilt als wesentliches Element des Energiemanagements und bildet die Grundlage zur Verringerung des Energieverbrauchs. Der Gesamtenergie-verbrauch und der Energieverbrauch einzelner Anlagen und Geräte sollte regelmäßig ermittelt und dokumentiert werden. Damit wird das Bewusstsein für den Energieverbrauch geschärft, sodass Ansätze zur Energieeffizienz erarbeitet werden können. Nach der innerbetrieblichen Erfassung von Energieträgern und -verbrauchern sollte die Datengrundlage analysiert werden.

Um die Erfassung von Energieträgern und -verbrauchern für Weingüter zu optimieren, wurde am Hermann-Hoepke-Institut ein Energieeffizienztool in Form eines Excel-Tools für die Kellerwirtschaft entwickelt. Die im Unternehmen eingesetzten Energieträger sowie die vorhandenen Energieverbraucher und Einsparpotenziale/durchgeführte Energiesparmaßnahmen können hiermit erfasst werden. In einer vergleichenden Gegenüberstellung können Veränderungen im Energiebedarf innerbetrieblich beurteilt werden.

Bei Interesse an einer kostenfreien Nutzung der Tools wenden Sie sich bitte an:

 

Dr. Desiree Palmes

E-Mail: d.palmes@th-bingen.de; Tel: +49 6721 409 810