Produktbezogener CO2-Emissionsrechner im Weinbau

Das Instrument des CO2-Fußabdrucks kann den Winzern wertvolle Hinweise auf Energie- und Treibhausgas-Einsparpotentiale geben. Durch eine effiziente Verarbeitung des Erntegutes kann die Weinwirtschaft in der Anbauphase, sowie in den weiteren Verfahren der Kellerwirtschaft, die durch einen intensiven Maschinen- und Energieeinsatz geprägt sind, zur Minderung der THG-Emissionen beitragen.
Im Rahmen zweier Studienarbeiten für das Staatsweingut Bad Kreuznach des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, (DLR-RNH), ein Product Carbon Footprint (PCF) erstellt. Die Bilanz für einen Riesling- und Spätburgunderanbau umfasst die gesamte Außenwirtschaft, beginnend bei der Pfropfrebenerzeugung über die Herrichtung der Jung- und Ertragsanlage bis zur Rodung der Altanlage. Alle kellerwirtschaftlichen Produktionsschritte vom Keltern bis zur Flaschenausstattung wurden ebenso erfasst wie die Vertriebswege der Weine. Parallel dazu erfolgte die Erhebung bzw. Bilanzierung eines Steillagenanbaus in einem ökologisch arbeitenden Weinbaubetrieb. Die genauen Verfahrensabläufe aller fünf Lebenszyklusphasen werden unter Beachtung der aktuell bestehenden Normen und Regelwerke bilanziert.
Die hierbei ermittelten Daten und Systemgrenzen der Studien bildeten die Grundlage für die Entwicklung des „CO2-Rechners“ in Form eines standardisierten Excel-Tools, um interessierten Winzern die Möglichkeit zu eröffnen, eigenständig einen produktbezogenen Kohlendioxid-Fußabdruck für ihre Weine zu ermitteln.

 

Tool zur Dokumentationen weinbaulicher Energieaufwendungen

Die Umsetzung  eines Energiemanagementsystems im Unternehmen ist  i.d.R. mit einem hohen zeitlichen und zusätzlichen personellen Aufwand  verbunden. Zwei im Vergleich zur EMAS-Verordnung und den internationalen Normen (DIN ISO 14001 oder DIN ISO 50001) „einfachere Systeme“ zur Verbesserung der Energieeffizienz bilden die sog. „alternativen Systeme zur Verbesserung der Energieeffizienz“. Zu diesen alternativen Systemen zählt das Energieaudit nach DIN EN 16247-1 sowie ein alternatives System nach Anlage 2 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV). Mit dem Durchführen eines Energieaudits nach DIN EN 16247-1 oder eines alternativen Systems i.S. der SpaEfV können für KMU neben dem Energiesparen auch steuerliche Einsparungen erzielt werden. Anzumerken ist, dass die alternativen Systeme nach der SpaEfV keine „normierten“ Managementsysteme im eigentlichen Sinne darstellen und somit nicht als zertifizierungsfähig gelten. Sie helfen dennoch, den IST-Zustand des Energieverbrauches zu bewerten und ggf. zu verringern und können mit einem Testat in Form eines Zollformulars als Energiemanagementsystem bescheinigt werden. Energieaudits nach DIN EN 16247-1 dagegen können als „echtes“ Managementsystem zertifiziert werden.
Die Energiedatenerfassung gilt als das wesentliche Element des Energiemanagements und bildet die Grundlage zur Verringerung des Energieverbrauchs. Der Gesamtenergieverbrauch und der Energieverbrauch einzelner Anlagen und Geräte sollte regelmäßig ermittelt und dokumentiert werden. Damit wird das Bewusstsein für den Energieverbrauch geschärft, sodass Ansätze zur Energieeffizienz erarbeitet werden können. Nach der innerbetrieblichen Erfassung von Energieträgern und -verbrauchern sollte die Datengrundlage analysiert und bewertet werden.

Um die Erfassung und Bewertung von Energieträgern und -verbrauchern für Weingüter zu optimieren, wurde am Hermann-Hoepke-Institut ein Energieeffizienztool in Form eines Excel-Tools für die Kellerwirtschaft entwickelt. Die im Unternehmen eingesetzten Energieträger sowie die vorhandenen Energieverbraucher und Einsparpotenziale/durchgeführte Energiesparmaßnahmen können hiermit erfasst werden. In einer vergleichenden Gegenüberstellung können Veränderungen im Energiebedarf innerbetrieblich beurteilt werden.

Bei Interesse an einer kostenfreien Nutzung der Tools wenden Sie sich bitte an:

Desiree Palmes M.Sc.

E-Mail: d.palmes@th-bingen.de; Tel: 06721/ 409 810